Was ist NEM?

NEM (XEM) steht für "New Economy Movement" und ist eine Kryptowährung japanischen Ursprungs. Ihre Hauptmerkmale sind eine beschleunigte Blockgenerierung, eine erweiterte Blockchain-Funktionalität und ein verändertes Verfahren bei der Transaction Chain-Generierung (Proof of Importance, anstatt Proof of Work). Auch erheben die Entwickler den Anspruch, die Währung gleichmäßiger zu verteilen und mit den zugrundeliegenden Algorithmen eine Oligarchie (Herrschaft von Wenigen) zu verhindern.

Website der NEM Foundation Nem.io Website

NEM entstand 2015 auf Initiative von Kryptoenthusiasten, die sich im Internet über Vor- und Nachteile bereits existierender Währungen austauschten. Ursprünglich war das neue System als Fork der Währung "NXT" gedacht, man entschloss sich aber letztendlich, NEM von Grund auf neu zu implementieren.

Funktion und Vorteile von NEM

Oberflächlich betrachtet ähnelt die Architektur von NEM der von Bitcoin und anderer herkömmlicher Kryptowährungen: Nutzer greifen per Client (dem NanoWallet) auf ein Peer-to-Peer-Netzwerk von Knotenpunkten zu (die sogenannten NIS – NEM Infrastructure Server). Andererseits bietet NEM eine Reihe von Weiterentwicklungen auf, die die Funktion im Sinne der Entwickler verbessern und das System von seinen Vorgängern abheben sollen.

So ersetzt NEM den Proof of Work durch ein Konzept namens Proof of Importance. Hierbei entscheidet nicht das Lösen eines kryptografischen Rätsels über die Fortführung der Blockchain, sondern es kommt die Transaktionshäufigkeit und das Transaktionsvolumen der beteiligten Nutzer zum Tragen. Hierdurch soll zum einen die Bereitschaft der Nutzer belohnt werden, im Netzwerk möglichst aktiv beteiligt zu sein, also nicht auf erworbendem XEM-Vermögen zu sitzen, ohne es zu nutzen. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass Teilnehmer, die über große Ressourcen und Rechenkraft verfügen oder bereits große Mengen an XEM horten, nicht bevorzugt werden. Der Proof of Importance wirkt so auch als Maßnahme gegen die hauptsächlichen Probleme, die die Entwickler von NEM vor allem bei Bitcoin zu erkennen glauben, dass nämlich der Proof of Work von der Rechenleistung abhängt und damit Maintainer begünstigt, die bereits über größere Mittel (in Bitcoin oder in klassischen Währungen) verfügen. Dass der Proof of Importance im Gegensatz zu den harten kryptografischen Rätseln des Proof of Work wesentlich weniger Rechenkapazität erfordert, ist hinsichtlich der Performanz des Netzwerkes von Vorteil.

Kein Mining Durch Proof of Importance gibt es bei NEM kein Mining

Harvesting statt Mining

Zwar fällt mit dem Proof of Importance das Mining bei NEM weg, aber es wurden andere Mechanismen zur Verteilung der Währung implementiert. Das Harvesting ersetzt den herkömmlichen Aufwand beim Anhängen eines neuen Blocks an die Blockchain. Ein Harvester muss neben gewissen technischen Voraussetzungen seines Knotenpunktes ein Mindestguthaben von 10.000 XEM vorweisen. Wenn dies der Fall ist, ist er berechtigt, neue Blöcke zu generieren, und er erhält die aus diesem Block resultierenden Transaktionsgebühren als Belohnung. In einem weiteren Sinne sind Harvester also vergleichbar mit Maintainern herkömmlicher Kryptowährungen. Darüber hinaus existieren weitere Gratifikationen für Harvester, die besonders hohe Durchsatzraten auf ihren Knotenpunkten, den sogenannten Supernodes, erreichen.

Ein weiteres Merkmal von NEM ist ebenfalls dem veränderten Algorithmus der Blockgenerierung geschuldet: Die Geschwindigkeit ist gegenüber anderen Systemen weiter erhöht. Während Bitcoin eine Block Time von 10 Minuten (alle 10 Minuten ein neuer Block in der Blockchain) und Litecoin eine solche von 2,5 Minuten aufweist, generiert NEM jede Minute einen neuen Block.

NEM Quelle: nem.io

Konsensus und Vertrauen bei NEM

Zusätzlich zu den genannten Eigenschaften implementiert NEM ein System zur Verwaltung von Vertrauensbeziehungen zwischen den einzelnen Netzwerkknoten. EigenTrust++, eine Weiterentwicklung des beinahe gleichnamigen EigenTrust, berechnet mit einem einfachen Algorithmus numerische Werte, die gewissermaßen die Vertrauenswürdigkeit von Teilnehmern im Netzwerk quantifizieren. EigenTrust++ bewertet aus Sicht jedes einzelnen Knotenpunktes die Qualität der Blockchainverwaltung durch die anderen Knotenpunkte im Netzwerk. Dabei ist die Vertrauensbeziehung transitiv, vertraut also Knotenpunkt A Knotenpunkt B, vertraut A auch allen Knotenpunkten, denen B vertraut. Auf diese Weise wird für jeden Knotenpunkt ein Wert der Vertrauenswürdigkeit berechnet, der die Integrität der Blockchain gewährleisten soll.

Ähnlich wie bei Ripple wurden bei Inbetriebnahme von NEM 8.999.999.999 (also fast 9 Milliarden) XEM als Gesamtvolumen bereitgestellt und fast komplett an eine Gruppe von Teilnehmern ausgeschüttet. Eine nicht näher benannte Reserve wurde für zukünftige Entwicklungen einbehalten. Durch den Wegfall des Proof of Work ist Mining von XEM also nicht nur unmöglich, sondern im Konzept der Währung auch sonst nicht vorgesehen. Eine weitere Parallele zu Ripple ist auch, dass bei der Konzeption von NEM offenbar vor allem an ein Medium zum Geldtransfer gedacht wurde. So existiert auch ein Fork von NEM namens Mijin, der privatwirtschaftlich entwickelt und von japanischen Banken erprobt und eingesetzt wird.

Wo und wie kann ich NEM kaufen?

NEM zählt zu den beliebtesten Kryptowährungen auf dem Markt - dennoch kann die Währung erst auf wenigen Börsen erworben werden. Im Euroraum ist das Kaufen von NEM derzeit nur mit einem Umweg möglich:

  • Schritt 1: Account auf Coinbase einrichten, verifizieren und Euro einzahlen
  • Schritt 2: Bitcoin, Ethereum oder Litecoin kaufen
  • Schritt 3: Binance Account erstellen und Bitcoin, Ethereum oder Litecoin von Coinbase zu Binance senden
  • Schritt 4: Bitcoin, Ethereum oder Litecoin auf Binance in NEM tauschen
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