Was ist Lisk?

Mit deutscher Beteiligung entworfen und entwickelt, ist Lisk eine der vielseitigeren, vielleicht die vielseitigste Blockchain-Technologie auf dem Markt. Kennzeichen sind Dezentralität, Modularität und konzeptionelle Offenheit des Entwurfes. Lisk führt eindrucksvoll vor, dass Forks die Regel anstatt der Ausnahme und dabei produktiv anstatt schädlich sein können.

Website von Lisk Lisk Website

Lisk (LSK) entstand Anfang 2016 als Fork der Kryptowährung Crypti und ist zum Teil deutschen Ursprungs: Lisk-Mitbegründer Max Kordek stammt aus Aachen, lebt und arbeitet inzwischen aber in Berlin. Das einleitende ICO (Initial Coin Offering), also die Ausschüttung von LSK-Token an Interessierte gegen Werte in anderen (Krypto-)Währungen brachte Lisk 14000 BTC ein, einen soliden Grundstock an Kapital für die weitere Entwicklung.

Wie funktioniert Lisk?

Lisk möchte eine dezentrale Anwendungsplattform (decentralized application platform) bieten, die im Gegensatz zu beispielsweise Ethereum über die reine Währungsfunktion hinausgehende Funktionen nicht als Smart Contracts oder dApps realisiert, sondern für jede neue Anwendung einen Fork der Blockchain vorsieht. Konkret bedeutet dies, dass neben der Haupt-Blockchain (sog. Mainchain) beliebig viele Neben-Blockchains (sog. Sidechains) existieren können, die als Forks von der Mainchain abgezweigt werden und die unabhängig neben der dieser weiterlaufen. Die Mainchain verbindet also alle Sidechains zu einem kohärenten System, während alle auf Lisk basierenden Blockchain-Anwendungen durch Sidechains implementiert werden.

Lisk Sidechains Quelle: blog.lisk.io

Die Anwendungen von Lisk – und vor allem der Lisk-Sidechains – sind abstrakter und weniger wirtschaftlich greifbar gehalten als bei vergleichbaren Systemen. Im Rahmen dessen, was die Entwickler eine Blockchain Service Platform nennen, werden zum Beispiel Netzwerkdienste genannt, etwa die seitenübergreifende Identifizierung von Nutzern im Internet, dezentrale Serverdienste für Dateien und Dokumente in kryptografisch verschlüsselten Cloud-Architekturen oder die Ausführung von Smart Contracts aller Art. Dabei ergibt sich eine Art modulares System für derartige Blockchain-Dienste: Weil alle Sidechains über die Mainchain verknüpft sind und auf denselben Ursprung und dieselbe Architektur rückführbar sind, können Entwickler des einen Blockchain-Services auf jeden anderen wie auf eine Programmierbibliothek zugreifen. Wer also zum Beispiel für die eigene Anwendung etwa manipulationssichere Generierung von Zufallszahlen benötigt, kann auf einen bereits existierenden Service zurückgreifen, der genau diese Aufgabe erledigt.

Grafik: (von Links nach Rechts) Application/Anwedung, Sidechain, Mainchain

Lisk Quelle: Lisk Website / https://lisk.io/

Das Hauptmerkmal von Lisk, seine Dezentralität, wird also durch die Mainchain und die beliebig große Vielfalt an Sidechains realisiert. Lisk nennt dieses Ökosystem von Blockchains und Forks Blockchain Application Platform. Im praktischen Sinne stellt das Lisk-Projekt hierfür das in JavaScript programmierte Lisk App SDK bereit, eine Entwicklungsumgebung, mit der Sidechain-Entwickler ihre Vorstellungen auf Basis der Architektur von Lisk implementieren können. Dies umfasst alle Komponenten von der Blockchain-Validierung und den eigentlichen funktionalen Komponenten der jeweiligen Blockchain-Anwendung bis hin zum Interface, mit dem der Benutzer letztlich arbeiten wird.

Zur Verwaltung der Blockchains (also Main- und Sidechains) verwendet Lisk Delegated Proof of Stake (DPoS), einen Algorithmus, der erstmals für die Blockchain-Plattform BitShares entwickelt wurde. Hierbei werden im Gegensatz zum herkömmlichen Proof of Stake, bei dem die Höhe der Stakes der einzelnen Teilnehmer über ihr anteiliges Recht zur Generierung neuer Blöcke entscheidet, von allen Teilnehmern auf der Basis der Höhe ihrer Stakes sogenannte Delegierte gewählt. Diese übernehmen dann gewissermaßen repräsentativ die Blockgenerierung und die Validierung der Blockchain.

Blockchain Baukasten

In technischer Hinsicht präsentiert sich Lisk also weniger als Blockchain-Ökosystem, wie etwa Ethereum oder EOS, sondern als Baukastensystem, das einfache, modulare Komponenten bereitstellt, aus denen wiederum Entwickler von Blockchain-Services und -Anwendungen nach Belieben neue Systeme bauen können, die aber allesamt mit der Lisk-Mainchain verbunden bleiben und so untereinander kompatibel sind. Alle diese Anwendungen sind in einem dezentralen (und selbst auf Lisk basierenden) Anwendungsverzeichnis verzeichnet, neue Projekte werden dort angemeldet. In diesem Sinne besitzt Lisk keine festgelegte Entwicklungsrichtung oder vorgegebene Anwendungsgebiete; auf der Basis des Systems lassen sich im Prinzip beliebige und beliebig viele Funktionalitäten auf Basis von Blockchain-Technologie entwickeln, ohne konzeptionelle Vorgaben vonseiten der Entwickler.

So gesehen verkörpert Lisk unter den Kryptowährungen am ehesten den Grundgedanken der Unix/Linux-Philosophie: Es ist besser eine Reihe kleiner, stabiler Anwendungen die Einzelaufgaben erledigen, zur Lösung einer Aufgabe einzusetzen, als große, monolithische Programme.

Wo und wie kann ich Lisk kaufen?

Dash zählt zu den beliebtesten Kryptowährungen auf dem Markt - dennoch kann die Währung erst auf wenigen Börsen erworben werden. Im Euroraum ist das Kaufen von Lisk derzeit nur mit einem Umweg möglich:

  • Schritt 1: Account auf Coinbase einrichten, verifizieren und Euro einzahlen
  • Schritt 2: Bitcoin, Ethereum oder Litecoin kaufen
  • Schritt 3: Binance Account erstellen und Bitcoin, Ethereum oder Litecoin von Coinbase zu Binance senden
  • Schritt 4: Bitcoin, Ethereum oder Litecoin auf Binance in Lisk tauschen
Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen

Feedback, Kritik und Ergänzungen

Wir freuen uns immer über Feedback oder Verbesserungsvorschläge. Die Welt der Kryptowährungen ist ständig in Bewegung. Hilf uns dabei, Cryptolist noch besser zu machen. Wir freuen uns über deine Nachricht: mail@cryptolist.de

Zurück zur Übersicht

Verpasse keine Neuigkeiten

Wir informieren dich gerne über Neuigkeiten auf Cryptolist - kein Spam, versprochen.
Trage dich jetzt kostenlos für unseren Newsletter ein.